Kriege, gewaltsame Konflikte und Armut sind Gründe, warum Familien ihre Heimatländer verlassen. Meist suchen sie Zuflucht und Schutz in benachbarten Ländern – stets in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ohne Aufenthaltsgenehmigung, und damit auch ohne jegliche Rechtsansprüche, harren die Flüchtlinge über Wochen und Monate, oft sogar über Jahre in einem Slum aus Zeltstädten aus. Die einzige Hoffnung, die sie oft noch haben, ist eine Verbesserung ihrer Wohnverhältnisse durch einen Umzug und die Chance, arbeiten zu können.
Laut Schätzungen suchen rund 120.000 Flüchtlinge in Südafrika Zuflucht. Auch in der Stadt Durban kommen täglich neue Flüchtlinge aus Burundi, Ruanda, Somalia, Angola, Äthiopien, Simbabwe und aus dem Kongo hinzu, die dort in den Slums landen. Auf engstem Raum sind die hygienischen Verhältnisse völlig unzureichend und es fehlt an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Am schlimmsten leiden die Kinder und Waisenkinder unter der scheinbar ausweglosen Situation. In einem Umfeld von Hunger, Leid, Depression und Einsamkeit können sie sich nur schwer erholen. Die Waisen haben einfach alles verloren – ihnen vertraute Menschen wie Vater, Mutter und Großeltern und natürlich auch die Sicherheit, geborgen und unbeschwert aufwachsen zu können. Größtenteils unterernährt und vernachlässigt kommen die Kleinen in Durban an. Was sie dort vorfinden, ist ein Slum aus Zeltstädten und Wellblechhütten. Wenn die Waisenkinder Glück haben, können sie zunächst einmal in sogenannten Kinderhaushalten bleiben, gemeinsam mit ihren Geschwistern, und werden nicht bei fremden Familien oder in Einrichtungen untergebracht. Von den Erlebnissen in ihrer Heimat sind die Kinder schwer traumatisiert. Sie müssen erst wieder lernen, sich fremden Menschen zu öffnen und ihnen zu vertrauen.
Um den Jungen und Mädchen eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben, hat es sich der Verein „Durban Refugee Pastoral Care“ (DRPC) zur Aufgabe gemacht, sich um die Waisenkinder zu kümmern. Sie vorsorgen sie mit Lebensmitteln und behandeln sie gegebenenfalls auch medizinisch, damit sie rasch wieder zu Kräften kommen.
Viele der Kinder landen unter den abenteuerlichsten Umständen in dem Gebiet aus provisorischen Hütten, in dem derzeit über 60 Mädchen und Jungen vom DRPC betreut und auf das Leben außerhalb des Lagers vorbereitet werden. Mit dem Ziel noch irgendwo Familienangehörige der Kinder zu finden, stoßen die Mitarbeiter des Vereins oft an ihre Grenzen. Viele der Waisen werden schließlich von Pflegefamilien aufgenommen. Von großer Bedeutung für die Zukunft der Waisenkinder ist eine schulische Förderung. Denn nur durch eine gute Schulbildung erhalten die Kinder die Möglichkeiten auf eine spätere Ausbildung und eine Perspektive für ihr weiteres Leben. Der Schulbesuch ist für die Kinder auch deshalb ein Segen, weil er ein Stück Normalität und damit Stabilität für ihr Leben bringt.